Quentin Tarantinos
Inglourious Basterds
Zynische Unterhaltung, Judenverfolgung, Nazihass und kaltblütiges Gemetzel in einen Topf, reichlich intelligent verdrehte Dialoge dazuschütten, über Actionfeuer kochen, mit einer Prise Westernmusik verfeinern. Mit jeder Menge verdrehter Geschichte und einem großen Glas Schauspielkönnen servieren. Fertig. Nazijagd à la Quentin Tarantino. Schmeckt nach „Inglourious Basterds“. ![]() via tumblr Selten hab‘ ich mich auf einen Film so gefreut. Am Morgen war in der Auslage des kleinen Feldkircher Kinos noch nichts von einer Ankündigung zu sehen. Erstmal Verwirrung. Donnerstag. Naja, Vorpremiere des Films, nichts angekündigt. Vielleicht doch einen Tag zu früh? Schnell einen Blick ins iPhone eines Freundes geworfen, eines Besseren belehrt worden. Film findet doch statt. Karten reservieren (man weiß ja nie) und Vorfreude genießen. Am Abend im Kino (bei gefühlten 40 Grad), weniger los als erwartet. Wahrscheinlich diese ominösen Torrents. Jugend von heute? Filme im Kino ansehen ist ja was für die ältere Generation, fast schon Schnee von vorgestern. Und noch dazu Geld dafür ausgeben! Ach was, gestern tat ich‘s wieder. Und ich hab rein gar nichts bereut. ![]() via michael.mind-exchange.com Perfekte Eröffnungsszene. Total durchgeplant, extrem spannend und doch bis zum Schluss offen. „Judenjäger“ Hans Landa besucht einen französischen Milchbauern und bezichtigt ihn, eine jüdische Familie bei sich zu verstecken. Ein ewig langer Dialog, der auf seinem Weg zum Ziel viele Kreuzungen überquert, sich mal ein wenig verirrt, mal fast stehenbleibt, wieder Fahrt aufnimmt und schließlich mit überhöhter Geschwindigkeit ins Ziel rast und eskaliert – wie so oft bei Tarantino. Das beobachtende Kameraauge ist immer dabei, aus dem besten Blickwinkel. Und Pfeifenqualm. Doch seht selbst… Grobe Handlung, Kapitel 1 bis 5
Gestapo-Mann Hans Landa (gespielt von Christoph Waltz) ist mit seinem fast übersinnlichen Gespür und seiner feinen Nase für falsche SS-Offiziere, Juden und andere „Seuchen“ der Gegenspieler der Guerilla-Kämpfer. Er selbst bezeichnet sich als guten Detektiv, wird aber überall nur der „Judenjäger“ genannt. Fredrick Zoller (Daniel Brühl) ist ein gefeierter Kriegsheld. Als Scharfschütze schoss er allein 300 feindliche Soldaten von einem Turm aus ab. Guter Stoff für den Propagandafilm „Der Stolz der Nation“, der von Göbbels persönlich betreut wird. Zoller überredet Göbbels, den Film im Kino der jungen Emmanuelle Mimieux uraufzuführen, für die sein Herz seit kurzem schlägt. Selbst Hitler soll zur Premiere kommen, was die hübsche Besitzerin auf einen teuflischen Plan bringt. Auch die Basterds haben von der Premiere mit großem Naziaufgebot Wind bekommen und machen sich auf den Weg, um das Kino zu sprengen. Doch sie haben nicht mit SS-Landa gerechnet. Kaltblütiger Showdown. Hitler bekommt sein Fett weg. Raine versagt ein wenig – und irgendwie doch nicht. Landa auch. Künstlerische Freiheit vs. politische Korrektheit Der Titel „Inglourious Basterds“ ist übrigens die absichtliche Falschreibung des italienischen Kriegsfilms „Inglorious Bastards“ (Enzo G. Castellari, 1978), den Tarantino als Inspiration verwendete. (via wortvogel) Man könnte sich nun fragen, wie viele amerikanische Jugendliche in Zukunft wohl denken werden, dass der Zweite Weltkrieg in einem Kino beendet wurde. Das scheint Tarantino egal zu sein. Tarantino ist eben Tarantino, und der steht für üppiges, durchdachtes und kaum hinterfragbares Kino. Brad Pitt vs. Christoph Waltz
Fazit Kommentar von thisismovie auf YouTube:
Nichts für eine MTV-hirngesiebte Jugend, die keinen dreiminütigen Dialogen mehr folgen kann.
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3 Kommentare »
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Ich freu mich schon so wahnsinnig auf den Film, das hat es lange nicht mehr gegeben. Mit Freunden abgemachter Termin: Dienstag. “Dank” deiner Zeilen sprengts mich fast vor Neugierde, sollte sie eventuell heute noch zusammentrommeln ;0)
Kommentar hinterlassen am 23. August 2009 um 12:31
Super Film! Genialer Waltz! Muss unbedingt im Originalton gesehen werden, auch wegen Pritts “Aldo Raine” Südstaaten Akzent!
Allein Daniel Brühl wirkt nicht wirklich wie ein 300 Mann Killer – irgendwie fehlbesetzt.
Absolut sehenswert!!!
Kommentar hinterlassen am 25. August 2009 um 12:23
@minz: sag bloß du hast den haudegen raine verstanden? sensationelles italienisch, bon gschiorno!
Kommentar hinterlassen am 5. September 2009 um 20:23