Weiter als der Tod
âHospiceâ erzĂ€hlt die Geschichte einer Liebe im Kampf gegen den Tod bis hin zu seinem unvermeidlichen Ende, und warum ein Ende kein Ende bedeuten muss. ![]() Bisher war Peter Silbermann musikalisch stets auf Solopfaden unterwegs. FĂŒr die Umsetzung des von Kritikern hochgelobten Debutalbum Hospice benötigte er jedoch die UnterstĂŒtzung anderer. Im Verbund mit Darby Ciccer und Michael Lerner schuf Silbermann ein zehnteiliges Konzeptalbum voll WĂ€rme, Zartheit und etlichen GĂ€nsehautmomenten. ![]() Musikalisch erscheint seine Ausdrucksform verhaltener, von unterschiedlichsten GerĂ€uschen und EindrĂŒcken begleitet. In ihrem verwobenen Konzept, fĂŒhren The Antlers den Hörer ĂŒber lose miteinander verknĂŒpfte Passagen immer wieder auf Inseln der Hoffnung. Die rauschenden und verzerrten Soundkollagen dienen dabei als Wegweiser und wirken zugleich mystisch und sanft. Ihre Kernfunktion finden sie in der Verstrickung einzelner Songperlen zu einem berauschenden Konzeptalbum. Nur selten scheitern sie daran und schweifen zu weit von der einnehmenden AtmosphĂ€re ab. Zerlegt man das Album in seine Einzelteile, bleiben vor allem drei Titel in Erinnerung: Das mit positiven Ionen vollgepumpte âBearâ, das in abgeĂ€nderter Form als âEpilogueâ erneut fasziniert. Auch âTwoâ ragt heraus, ist einfach traurig schön. Den Höhepunkt auf âHospiceâ markiert jedoch zweifelsohne âWake Upâ, das in einem erhabenen Finale schlieĂt. Das Album endet mit dem Tod der Geliebten, lĂ€sst den Hörer aber nicht verloren in einem Loch zurĂŒck. Das akustische âEpilogueâ erzĂ€hlt von einer traumhaften Erscheinung und besiegelt zugleich die Wiedervereinigung einer auseinandergerissenen Gemeinschaft. 9/10 Reiner Kapeller Diese Rezension ist auch im aktuellen thegap-Magazin 101 zu finden. French Kiss Records Verwandter Artikel: |
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Kommentar hinterlassen am 20. November 2009 um 15:31